Yoga Blog Eine Recherche zu Bluthochdruck (Hypertonie)

Wichtiger Hinweis: Bei der vorliegenden Recherche wurde mit größter Sorgfalt darauf geachtet, dass die Angaben dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Allerdings ergeben Forschung und Erfahrung, insbesondere bezüglich der Behandlung mit Wasser, Pflanzen und Arzneimitteln im Rahmen einer Therapie, in Abhängigkeit zur individuellen Befindlichkeitsstörung sowie zur möglichen individuellen Reaktion des Körpers stetig neue Erkenntnisse, die eine Anpassung der gewählten Therapie erforderlich machen können. Die beschriebenen Maßnahmen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es handelt sich vielmehr nur um eine Recherche möglicher naturheilkundlicher therapeutischer Ansätze zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte beim Krankheitsbild „Bluthochdruck”, für einen Überblick möglicher Anwendungen und deren Wirkungen bzw. auch Kontraindikationen, um einen individuell angemessenen Gesundheitsfahrplan erstellen zu können. Bei jeder Selbsttherapie ist zu beachten, dass diese nicht ohne fachkundige Beratung und Begleitung durch einen Arzt oder Heilpraktiker erfolgen sollte. Die Durchführung der Anwendungen erfolgt auf eigene Gefahr des Anwenders.

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel ist im Rahmen einer privaten Recherche zur Prüfungsvorbereitung über die fünf Säulen der Kneipp-Therapie bei Bluthochdruck entstanden und soll keine Heilungsempfehlung sein. Alle Anwendungen sollten stets mit einem Kneipp-Arzt oder Heilpraktiker abgestimmt werden.

Ursachen (multifaktorell)

Lebensstilbedingt

  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung (salzreich, mit wenig Obst und Gemüse)
  • Übergewicht
  • Stress, fehlende Entspannung
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum

 

Medizinisch

  • Hormonelle Störungen
  • Nierenerkrankungen
  • Schlafapnoe
  • Gefäßentzündungen
  • Medikamente (Möglich bei Antibabypille, Rheuma- und Kortisonspräperate und bestimmte Schmerzmittel)

Weitere Faktoren

  • Genetisch
  • Alter
  • Magensiummangel
  • Mangel an Vitamin D

Ernährung

"Es soll nur angedeutet werden, daß bezüglich der Ernährung bei mir die Hauptregel lautet: Trockene, einfache, kräftige, nicht verkünstelte und durch scharfe Gewürze verdorbene Hausmannskost und das unverfälschte Getränk, das in jedem Quell der liebe Herrgott spendet, beides genügsam gebraucht, ist dem Menschenkörper am besten und förderlichsten. Ich bin jedoch nicht Puritaner und gestatte gern ein Glas Wein oder Bier, lege demselben aber durchaus nicht die allgemein beliebte Bedeutung bei. Größere Bedeutung lege ich dem Obst bei." (S. Kneipp)

Ernährung und Pflanzen

Ernährungscheckliste:

Mehr Wurzelgemüse
Mehr Kartoffeln
Mehr Obst
Mehr Trockenobst
Mehr Getreide
Mehr Natriumarmes Wasser
Weniger Fleisch / tierisches Fett
Weniger Kochsalz (besser Kräuter- oder Kaliumsalz)
Weniger Kaffee

Heilkräuter

"Bei trockener Witterung, vielleicht wenn du vom Felde heimkehrst oder wenn du hinausgehst, den Stand der Saaten zu betrachten, mache einen Abstecher und sammle da diese, dort jene Heilkräuter! Was auf trockenem Grunde wächst, gar an sonnigen Berghalden; verdient den Vorzug; und welche Pflanzen du in der schönsten Blütezeit sammelst, diese werden dir die herrlichste und in Leiden die gesegnetste Frucht bringen." (S. Kneipp)

Heilkräutercheckliste:

Mistel

(Auch lt. S. Kneipp)

Melisse
Baldrian
Weißdorn
Knoblauch
Lavendel
Hibiskus
Zimt
Leinsamen
Kardamom
Rote Bete
Feige
Olivenblatt
Granatapfel
Blaubeeren
Grüner/Schwarzer Tee
Echtes Herzgespann
Schwarzkümmel
Ingwer
Cranberry
Selleriesamen
Sesam/Sesamöl
Raute, Garten- oder Weinraute

(Von S. Kneipp erwähnt in "Meine Wasserkur")

Ylang-Ylang
Indische Schlangenwurzel
Olivenöl
Kokoswasser
Giersch
Bärlauch
Kakao

Balance

"Eine vernünftige Arbeit würde ich allem Turnen weit vorziehen. Damit will ich aber nicht das Turnen gänzlich verwerfen. Im Gegentheil kann ja auch durch dasselbe die Körperkraft vermehrt werden, nur sollen die Übungen nie gefährlich werden oder zu anstrengend sein. Man kann durch Aufheben, Tragen, verschiedene Körperbewegungen viel Gutes erzielen. Man soll aber nie vergessen, welch' zarte Organe im menschlichen Körper sind. Selbst von den vernunftlosen Thieren kann der Mensch lernen, daß er seine Körperkräfte üben, aber diese Übung nicht bis zur Erschöpfung fortsetzen soll." (S. Kneipp)

Balancecheckliste:

Spazieren gehen / in die Natur
Wandern
Radfahren
Yoga
Atemtraining
Gymnastik
Schwimmen
Tanzen
Meditation
Leichtes Krafttraining (keine Pressatmung)
Regelmäßiger guter Schlaf
Sport nur ohne Leistungsdruck (z.B. kein Kegeln, etc)
Weniger Rauchen
Weniger Alkohol
Weniger Stress

Behandlungen mit Wasser:

"Bei Bluthochdruck ist es empfehlenswert, sich an Kaltreize – besonders im Unterkörperbereich – zu gewöhnen. Anfangs sind auch Wechselduschen mit zunächst kühlem, später kaltem Abguss hilfreich. Daneben sollte möglichst tägliche eine Ober-, Unterkörper- oder Ganzwaschung erfolgen." (Kneippvisite)

Waschungen:

Empfohlen als tägliche Basismaßnahme bei Hypertonie
Zügig einen dünnen Wasserfilm auftragen, Auskühlung vermeiden!

Ganzwaschung

Abhärtend, anregend auf das Immunsystem, anregend auf den Hautstoffwechsel, herzentlastend, regulierend auf den Wärmehaushalt, vegetativ stabilisierend, durchblutungsfördernd, kreislaufanregend.

„Viele Krankheiten habe ich durch die Ganzwaschungen allein geheilt." (S. Kneipp)

Oberkörperwaschung

Anregend auf den Hautstoffwechsel, durchblutungsfördernd, insgesamt eher anregende Wirkung auf den Kreislauf, abhärtend, abwehrsteigernd, herzentlastend, wärmeregulierend.

„Hat jemand in der Morgenfrühe keine Zeit, so ist jede Tagesstunde eine gute Stunde zur Waschung." (S. Kneipp)

Unterkörperwaschung

Harmonisierung des vegetativen Nervensystems, entlastend für das Herz, regulierend auf den Wärmehaushalt, beruhigend, schlaffördernd, stärkend für die Nerven, entlastend für das Herz, Anwendung gegen kalte Füße.

„Bei schwächlichen Naturen verwende ich zur Waschung statt des Wassers sehr oft Essig (mit Wasser verdünnt). Abgesehen davon, daß er gründlicher die Haut reinigt, die Poren öffnet, stählt er auch." (S. Kneipp)

Warm-Kalt Wechsel-Anwendungen:

Geeignet als Einstieg in die Kaltreize
Warm bis eine gute Erwärmung eintritt, kalt 10-15 Sekunden, ggf. 1 mal wiederholen

Wechselduschen

kreislaufstabilisierend, herzentlastend, trainieren die Gefäße, regulieren die Wärme, stabilisieren das vegetative Nervensystem, beugen Infektionen vor, stärken das Immunsystem, beruhigen die Nerven, regen den Stoffwechsel an

Wechselfußbad

hervorragendes Gefäßtraining, kreislaufanregend, wärmeregulierend, bei chronisch kalten Füßen, Nasennebenhöhlenerkrankungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen

„Dieses Bad wirkt also auf Kopf und Hals, es leitet das Blut von Brust und Unterleib noch mehr abwärts und wirkt kräftigend und abhärtend auf den ganzen Körper." (S. Kneipp)

Wechselknieguß

blutdrucksenkend, entstauend, beruhigend, bei Migräne, Hitzegefühl, Einschlafstörungen

„Güsse sind prinzipiell stärker als die Teilbäder" (S. Kneipp)

Wechselschenkelguß

blutdrucksenkend, entstauend, durchblutungsfördernd, reaktiv erweiternd auf Arterien, tonisierend auf Venen, vegetativ beruhigend, schlaffördernd

„Der Schenkelguss wirkt abhärtend und blutableitend." (S. Kneipp)

Wechselarmbad

Gefäßtraining, durchblutungsfördernd, Blutdruck stabilisierend, bei Bronchitis, Asthma bronchiale, Erschöpfungszuständen

„Es kann auch zum gleichen Zwecke als Wechselhandbad durchgeführt werden" (S. Kneipp)

Wickel:

Harmonisierende Anwendungen mit kleinem Aufwand und großem Effekt. Kalt und straff anlegen, Liegedauer ca. 45 - 75 Minuten

Wadenwickel / Beinwickel

wärmeentziehend (bei einer Liegedauer bis 15 Minuten), entzündungshemmend, gewebestraffend, schlaffördernd,
schmerzlindernd, vegetativ stabilisierend, blutdrucksenkend, herzentlastend, beruhigend, fiebersenkend, bei leichten Prellungen,
bei Nervosität, als Einschlaf- und Durchschlafhilfe.

Lendenwickel

entkrampfend, verdauungsfördernd, entblähend, stabilisierend auf die Verdauungsorgane, schlaffördernd, beruhigend, entspannend, blutdrucksenkend, schmerzlindernd.

"Die Wirkung des Wickels erstreckt sich über die gesamten Verdauungsorgane und die Drüsen des Bauchraumes, ebenso den Unterleib wie über die Zentren des Eingeweide-Nervensystems." (S. Kneipp)

Kurzwickel - "Der Ganzkörper-Burrito"

hier großer Hautreiz (Oberkörper bis Oberschenkel), kreislaufregulierend, herzentlastend, stoffwechsel- und hautanregend, beruhigend.

Warme Anwendungen:

"Bei allen Warmbädern benutze ich nie oder höchst selten Warmwasser allein, ich mische stets Absud von verschiedenen Heilkräutern bei." (S. Kneipp)

Heusack - "Morphium der Naturheilkunde"

Entkrampfend und entspannend, durchblutungsfördernd, stoffwechselanregend, beruhigend, schmerzlindernd, bei Bronchitis, Gelenkverschleiß, Eingeweidesenkungen, Rheumatismus, Blinddarmreizungen, Unterleibsentzündungen, Nieren- und Gallenstein

Dampfkompresse

Entkrampfend, entspannend, durchblutungsfördernd, stoffwechselanregend, beruhigend, schmerzstillend, bei Beschwerden der Wirbelsäule

Halb- bis Dreiviertelbad

beruhigend, vegetativ stabilisierend, hautpflegend, muskelentspannend, schlaffördernd (bis ca. 38 °C), die Gelenkbeweglichkeit fördernd

Sauna

Trainingsmaßnahme für Herz und Kreislauf, positive Wirkung auf das Hormonsystem, Training der Wärmeregulation, Steigerung der Abwehrkräfte, psychische Aufhellung, Erholung, Regeneration auch nach sportlichen Anstrengungen

Armbad temperaturansteigend

Durchblutungsfördernd, bei Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Migräne, Asthma, Bronchitis, Erkältungen im Kopfbereich, rheumatische Beschwerden

„Zum Zwecke der Abmilderung des Armbades kann man auch das ansteigende Handbad durchführen" (S. Kneipp)

Fußbad temperaturansteigend

Durchblutungsfördernd, bei Erkältungskrankheiten im Anfangsstadium, Harnwegsinfekten, Migräne, Gefäßkrämpfen, Menstruationsbeschwerden, Bluthochdruck, rheumatische Beschwerden,bei Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Migräne, Asthma, Bronchitis, Erkältungen im Kopfbereich, rheumatische Beschwerden

Kalte Anwendungen:

Bis zum Eintritt des Kältereizes, danach für Wiedererwärmung sorgen!

Wassertreten – „Storchengang"

venenkräftigend, durchblutungsfördernd, schlaffördernd, regt den Stoffwechsel an, bei hohen Blutdruck, niedrigem Blutdruck, Kreislaufstörungen, Herzproblemen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fußschweiß

Armbad – „Espresso der Naturheilkunde"

beruhigend, erfrischend, anregend ohne „aufzuputschen“; Blutdruckregulierend, Stärkt die Abwehrkräfte, Stoffwechselanregend, Durchblutungsfördernd, Schmerzlindernd bei Ellenbogenbeschwerden, körperlicher und geistiger Erschöpfung

„Manchen dient das kalte Armbad am Abend als schlafförderndes Mittel." (S. Kneipp)

Armguß

erfrischend, durchblutungsfördernd, kreislaufanregend, Immunsystemstärkend, bei Abgeschlagenheit, Abgespanntheit, Herzjagen, Tennisarm und Golfellenbogen, Schulterentzündungen, Blutandrang zum Kopf, hohem Blutdruck, Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, nervösem Herzklopfen, leichter Form der Herzinsuffizienz, niedrigem Blutdruck (Hypotonie)

„Einleitend bei Kuren wird oft der Wechselarmguß genommen." (S. Kneipp)

Knieguss - "Knie wie Gletscher – Kopf wie Wolke"

blutdrucksenkend, entstauend, durchblutungsfördernd, schlaffördernd, stärkt die Abwehrkräfte, bei Kopfschmerzen,  Fußmüdigkeit, besonders günstig für  chronisch kalte Füße

„Ein Knieguß ist auch sehr heilsam. Macht den Versuch, und die Wahrheit meiner Worte werdet ihr durch eure eigene Erfahrung bestätigt finden" (S. Kneipp)

Schenkelguss

blutdrucksenkend, entstauend, durchblutungsfördernd, Kräftigung der Venen, beruhigend, schlaffördernd.

Über die einfache Abgießung nach Warmanwendungen:

„Bei schwächlicheren Personen und solchen, die leicht zu raschen Verschiebungen der Blutmassen im Körper, zu Herz- und Kopfkongestionen, höherem Blutdruck neigen, empfiehlt es sich, die Begießung zunächst in Form des verkürzten Schenkelgusses durchzuführen und den Oberkörper mit der Hand kalt abzuwaschen, oder man gießt den Rumpf temperiert ab. Arme und Beine kalt, was fast jeder verträgt. Dem Grundsatz der Anpassung kann es in besonders gelagerten Fällen auch entsprechen, daß nur eine kalte Waschung statt einer Abgießung durchzuführen ist.“ (S. Kneipp)

Kaltes Halbbad – „fröhliches Bad"

Entspannend, erfrischend, abhärtend, schlaffördernd, bei Überhitzung, Einschlafstörungen, Reizmagen, Reizdarm, Hämorrhoiden, Verdauungsstörungen, Blähungen, Kopfschmerzen, Gebärmuttersenkung, Menstruationsbeschwerden, Prostataleiden, Wechseljahresbeschwerden, Blasenbeschwerden, Hypertonie Blutandrang zum Kopf, chronischer Verstopfung, Depressionen, Erschöpfungszuständen

Sonstige Anwendungen:

Trockenbürsten

hauterneuernd, -regenerierend, - tonisierend, hautstoffwechselanregend und entschlackend, durchblutungsfördernd, anregend, wohltuend, leistungssteigernd, blutdruckregulierend, abhärtend, infektvorbeugend, herzentlastend, belebend, bei leichten Krampfadern

Gehen auf nassen Steinen – „Wer nicht ausrutscht, wird belohnt“

kräftigend für Venen und Fußmuskulatur, regt Durchblutung und Kreislauf an, wirkt ableitend, abhärtend, immunstärkend, bei Bluthochdruck, Kopfschmerzen

„Wer an kalten Füßen leidet, Halsbeschwerden, Katarrhen leicht zugänglich ist, Blutandrang zum Kopfe und von letzterem erzeugtes Kopfweh hat, trete oft diese Steinwanderung an!" (S. Kneipp)

Tautreten

kräftigend für Venen und Fußmuskulatur, regt Durchblutung und Kreislauf an, wirkt ableitend, abhärtend, immunstärkend, bei Bluthochdruck, Kopfschmerzen

„Dem Gehen im nassen Grase kommt in der Wirkung ziemlich gleich das Gehen auf nassen Steinen, das vielen bequemer und leichter ist." (S. Kneipp)

Diese Anwendungen vermeiden:

Tauchbecken

Kein Tauchbecken nach dem Saunagang. Stattdessen besser einen Abguß oder milde Schwallbrause.

Warme Armbäder

Kein warmes Armbad bei Bluthochdruck.

Nackenguß temperaturansteigend

Der Nackenguß temperaturansteigend ist bei Bluthochdruck nicht geeignet!

Fall 1: Tanzbegeisterte Dame

„Ein Fräulein hatte besondere Freude am Tanzen und auch die Gelegenheit dazu fleißig benützt; sie hatte sich auch ziemlich nach der Mode gekleidet und ihren Leib stark geschnürt. Die Strafe blieb nicht aus. Sie bekam solchen Blutandrang in den Kopf, daß sie die gräßlichsten Schmerzen litt; die Füße waren meistens kalt."

Heilung: 1) Entfernung der Schnürgurten, 2) Oberguß und Knieguß den einen Tag, den andern Tag Halbbad.

Fall 2: 36-jähriger Herr

„Ich habe beständig Kopfweh, sehr häufig Augenweh; eine Flüssigkeit strömt oft aus den Augen, die recht brennt. Der Schmerz kommt auch öfter in die Ohren, Schlaf habe ich vor Schmerz oft die ganze Nacht nicht. Die Füße sind immer eiskalt."

Heilung in 14 Tagen: 1) Täglich zweimal eine halbe Stunde barfuß auf einer Wiese, 2) jeden Tag zweimal einen Ober- und Knieguß; 3) jeden zweiten Tag ein Sitzbad eine Minute lang im kalten Wasser.

Fall 3: Anna's Fall

„Ich habe beständiges Kopfleiden und bin immer voll Schnupfen. Meine Füße sind selten warm, oft die halbe Nacht eiskalt. So leide ich zwei Jahre, und Alles, was ich angewendet habe, hat mir nicht geholfen."

Heilung:Behandlung: 1) In der Woche zwei kurze Wickel, jeden 1½ Stunden lang; 2) den einen Tag einen Oberguß und Knieguß; 3) den andern Tag ein Halbbad. Täglich eine Tasse Thee von Johanniskraut und Schafgarbe. Nach drei Wochen war die Kranke geheilt.

Fall 4: Der Studierende

„Ich bin auf der Hochschule in eine unglückliche Gesellschaft gerathen und habe durch Trunksucht und ein anderes Laster meine Natur so zu Grunde gerichtet, daß ich zweifle, ob ich noch dem Siechthum entgehen kann."

Heilung in 14 Tagen: 1) Täglich wenigstens dreimal barfuß auf dem feuchten Boden gehen, 2) Täglich zwei Obergüsse, 3) Jeden zweiten Tag ein Tuch in halb Wasser und Essig auf den Unterleib, 4) Täglich Kreidemehl und Tee von Johanniskraut, Fenchel und Wermuth. Nach 3 Wochen Besserung.

Fall 5: 23-jähriges Mädchen

"Beständige Kopfschmerzen. Immer kalte Füße, keinen Appetit und Schmerzen im Unterleib oder auf der Brust. Die weitere Folge war, daß Gemüthsleiden eintrat und Kleinmuth und Verzagtheit statt Heiterkeit und Fröhlichkeit. Es suchte mehrfach ärztliche Hilfe, aber gänzlich ohne Erfolg."

Heilung:Behandlung: 1) In der Woche zwei kurze Wickel, jeden 1½ Stunden lang; 2) den einen Tag einen Oberguß und Knieguß; 3) den andern Tag ein Halbbad. Täglich eine Tasse Thee von Johanniskraut und Schafgarbe. Nach drei Wochen war die Kranke geheilt.

Fall 6: Hausfrau, 50 Jahre

"Sie bemerke eine starke Abnahme ihres Gehöres. Sie könne nur mit wenigen Leuten noch reden. Seit das Gehör abnehme, habe sie immer einen recht eingenommenen Kopf, häufig auch Schwindel. Manchmal, wenn das Kopfweh besser sei, habe sie recht starkes Drücken auf der Brust. Das Aussehen war frisch, die Gesichtsfarbe ziemlich roth."

Behandlung: Jede Woche zwei Kopfdämpfe, jeden 20 Minuten lang, jeden Tag einmal, öfters auch zweimal einen kräftigen Oberguß mit Ohrenguß, jeden zweiten Tag ein Halbbad oder statt dessen in der Nacht eine Ganzwaschung vom Bett aus; ferner täglich eine Tasse Thee von Johanniskraut, Schafgarbe und Zinnkraut. Nach drei Wochen was das Gehör nahezu hergestellt, der Gesundheitszustand des ganzen Körpers hatte sich um vieles verbessert

Fall 7: Herr, circa 48 Jahre

"hatte oft Kopfschmerzen, so daß er glaubte, er werde wahnsinnig. Alle Ärzte hielten es für Blutandrang zum Kopf. Weil er keine Hülfe weder durch Medikamente noch Bäder gefunden hatte, suchte er Hülfe durch Wasser. Bei den ersten Anwendungen zeigte sich alsbald, daß eine Seite lange nicht dieselbe Wärme hatte, wie die andere, auch nicht die gleiche Kraft wie die andere, und es stellte sich dann wirklich heraus, daß Blutanstauungen vorhanden waren und das Blut nicht gleichmäßig in alle Theile des Körpers dringen konnte. Wer möchte aber diese Anstauungen immer finden? Sie können auf den Schultern sein, im Unterleib, in den Gelenken. Man könnte vielleicht sagen: man muß auf's gerathewohl hin einwirken. Das mögen Andere sagen; der Hydropath sagt: Ich treibe alle Lumpen aus dem Körper, seien sie, wo sie wollen. Das vermag eben das Wasser, wie es sich auch an diesem Kranken bewiesen hat."

Behandlung: 1) Täglich zwei kräftige Obergüsse, ebenso zwei kräftige Schenkelgüsse; so vier Tage lang. 2) Dann jeden Tag einen Rückenguß und ein Halbbad. Nach 14 Tagen war der gestörte Puls in Ordnung gebracht, das Kopfweh beseitigt, alle Unbehaglichkeit entfernt.

Fall 8: Herr, 63 Jahre (Akut)

"litt durch längere Zeit an zeitweiligem Schwindel und wer ein Kenner der Krankheiten ist, konnte recht gut schließen, ein Schlaganfall würde nicht zu ferne mehr sein. Eines Tages redete dieser Herr etwas aufgeregt; sein Benehmen war etwas hastig, und während der Arbeit fing er auf einmal an mit wechselnder Stimme unverständlich zu sprechen, lief hin und her und brach endlich zusammen. Was ist in diesem Falle schleunigst zu thun?"

Behandlung: "Die Füße so schnell wie möglich bis über die Waden in dieses Wasser gebracht werden. Es darf 37–44 Grad Celsius Wärme haben. Dieses warme Wasser vermehrt ganz außerordentlich schnell die Naturwärme, das Blut wird rasch vom Kopf abwärts geleitet und dadurch rasch dem wirklichen Schlag vorgebeugt. In diesem Wasser kann der Kranke 12–14 Minuten bleiben. Im Bett wird er sich bald wieder erholen. Sobald man aber merkt, daß die Füße kalt werden, und der Blutandrang nach oben sich vermehrt, muß das Fußbad wiederholt angewendet werden. – Es können auch die Hände so schnell als möglich ins warme Wasser gebracht und dadurch das Blut vom Gehirn abgeleitet werden. Auch ein 8–10fach zusammengefaltetes Tuch, in heißes Wasser und Essig getaucht und auf den Unterleib gelegt, leitet ganz rasch das Blut aus dem Kopf und der Brust in den Unterleib. Ist auf diese Weise einem wirklichen Schlaganfall vorgebeugt, so soll der Kranke täglich 2–3mal im Bett mit Wasser abgewaschen werden. Durch diese einfache Anwendung wird der normale Zustand wieder hergestellt, und um die Natur zu kräftigen und in der gehörigen Thätigkeit zu erhalten, ist das Beste, in der Woche 2–3 Halbbäder im frischen Wasser zu nehmen."

Quellen:

Name Autor Jahr Kommentar
Meine Wasserkur Sebastian Kneipp
1890 ONLINE
So sollt Ihr leben Sebastian Kneipp
1889 ONLINE
Richtig kneippen Ines Wurm-Fenkel, Doris Fischer 2016 Praxishandbuch
Kneippvisite.de ONLINE