Hydrotherapie Ansteigendes Fußbad

Hydrotherapie Ansteigendes Fußbad

"Wie häufig nehmen die Leute beim Kopfweh ein warmes Fußbad mit Asche und Salz, leiten das Blut aus dem Kopfe abwärts und entfernen auf diese Weise ihren Kopfschmerz."

Sebastian Kneipp

Hinweis: Die auf dieser Webseite bereitgestellten Beschreibung von hydrotherapeutischen  Anwendungen, hier das "Ansteigende Fußbad", dienen ausschließlich Bildungszwecken, insbesondere als begleitende Information zu den auf dieser Webseite angebotenen Kursen und Retreats, und sollten nicht als Ersatz für professionelle Anleitung oder medizinischen Rat betrachtet werden. Obwohl Hydrotherapie viele gesundheitliche Vorteile haben kann, ist es wichtig, die Übungen sorgfältig und sicher auszuführen. Besonders wichtig ist es die Hydrotherapieanwendungen bei Bedarf den körperlichen Bedürfnissen des Übenden individuell anzupassen. Dies gilt ausdrücklich nicht nur für hydrotherapeutische Anwendungen die einen starken reiz auslösen sondern ebenfalls für mildere vereinfachte Basis Formen bzw. Varianten. Bei gesundheitlichen Einschränkungen oder spezifischen Befindlichkeitsstörungen, konsultieren Sie bitte einen Arzt oder einen qualifizierten Heilpraktiker, bevor Sie mit einem Hydrotherapie-Programm beginnen. Wir empfehlen dringend, die hier präsentierten Sequenzen und Techniken unter der Aufsicht eines kompetenten und zertifizierten Kneipp-Trainers zu praktizieren, um eine sichere Ausführung zu gewährleisten. Mit dem Herunterladen oder der Nutzung dieser Beschreibung von hydrotherapeutischen  Anwendungen erkennen Sie an, dass sie primär zu Bildungszwecken bzw. für Demonstrationszwecke als visueller Referenz dienen und dass Sie die volle Verantwortung für Ihre eigene Gesundheit übernehmen.

Das ansteigende Fußbad ist eine äußerst wirkungsvolle Wasseranwendung. Beide Füße in einem Gefäß mit Wasser, beginnend bei Hauttemperatur, wird die Temperatur über einen Zeitraum von 15-20 Minuten langsam immer weiter gesteigert und verweilt bei heisser Temperatur noch 5 Minuten. Kneipp beschreibt: "Der Anstieg der Temperatur muß Grad für Grad gesetzmäßig erfolgen und darf keinesfalls rascher vor sich gehen."

Eine Anwendung aus der Naturheilkunde und Hydrotherapie.

Das ansteigende Fußbad, zum Beispiel als Sofort-Hilfe bei angehenden Erkältungen, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Bluthochdruck und bei (chronisch) kalten Füßen.

Wirkung:

Wärmt den Körper durch, wirkt günstig bei Blasen oder Nierenentzündungen, Erkältungskrankheiten im Anfangsstadium, bestimmten Sorten von Kopfweh oder Migräne, bei rheumatischen und leichten Herz-Kreislauf-Beschwerden, Herzinsuffizenz, Gefäßkrämpfen, Menstruationsbeschwerden, bewirkt eine Mehrdurchblutung der Unterleibsorgane und Schleimhäute im Nasen-Rachenraum, reduziert erhöhte Blutdruckwerte, chronisch kalte Füße, Durchblutungsstörungen der Beine, Sudeck

Voraussetzungen / Regeln:

  • Bei Venenproblemen darf das warme Wasser nur bis zum Knöchel reichen.
  • Nicht bei schlechtem Allgemeinzustand
  • Nicht bei Entzündungen im Unterschenkelbereich
  • Zwischen den Anwendungen eine Mindestpause von 1 Stunde einhalten

Passender Badezusatz für die Intensivierung der Wirkung:

Bei beginnender Erkältung zum Beispiel Thymian, Eukalyptus oder Fichte, Heublumen bei Rheuma, Rosmarin zur Kreislaufanregung, Melisse zur Beruhigung und Schlafförderung

"Bei gutem Allgemeinbefinden tritt am Schluß der Anwendung leichte Schweißbildung auf. Auch beim Teilbade soll der Patient so eingedeckt sein, daß keine Auskühlung der nicht gebadeten Teile eintritt. Nach dem Bade erfolgt meist hinterher keine Kaltanwendung, sondern man läßt sich gut einpacken und bleibt so noch mindestens eine Stunde liegen. Wir geben die ansteigenden Teilbäder heute bei manchen Herzkranken viel kürzer, 34 Grad bis 40 Grad zehn bis fünfzehn Minuten.""
Sebastian Kneipp

 

Hydrotherapie Ansteigendes Fussbad nach Sebastian Kneipp

Durchführung des "Ansteigendes Fußbad":

Vorbereitung: Füllen Sie eine Fußbadewanne oder ein alternatives passendes Gefäß mit lauwarmem (Körpertemperatur) Wasser ungefähr knöchelhoch.
Vorbereitung: Bereiten Sie ein weiteres Gefäß mit heißem Wasser (z. B. aus dem Wasserkocher) zur Erhöhung der Temperatur vor (Vorsicht vor Verbrühungen!).
Vorbereitung: Zur Intensivierung der Anwendung kann ein Badezusatz hinzugefügt werden.
Vorbereitung: Um die Temperatur gut messen zu können, ist es am besten, ein Badethermometer zu verwenden.
Vorbereitung: Der obere Körperbereich sollte warm eingepackt oder zugedeckt sein.
Schritt 1: Die Füße ins Wasser setzen
Schritt 2: Gießen Sie etwas heißes Wasser nach, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 34 Grad).
Schritt 3: 1 Minute warten
Schritt 4: Gießen Sie etwas heißes Wasser nach, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 35 Grad)
Schritt 5: 1 Minute warten
Schritt 6: Gießen Sie etwas heißes Wasser nach, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 36 Grad)
Schritt 7: 1 Minute warten
Schritt 9: Gießen Sie etwas heißes Wasser nach, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 37 Grad)
Schritt 10: 1 Minute warten
Schritt 11: Gießen Sie etwas heißes Wasser nach, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 38 Grad)
Schritt 12: 1 Minute warten
Schritt 13: Gießen Sie etwas heißes Wasser nach, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 39 Grad)
Schritt 14: 1 Minute warten
Schritt 15: Gießen Sie etwas heißes Wasser nach, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 40 Grad)
Schritt 16: 1 Minute warten
Schritt 17: Falls möglich, etwas heißes Wasser nachgießen, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 41 Grad). Andernfalls gehen Sie zum nächsten Schritt über.
Schritt 18: 1 Minute warten
Schritt 19: Falls möglich, etwas heißes Wasser nachgießen, um die Temperatur um ein Grad zu erhöhen (ca. 42 Grad). Andernfalls gehen Sie zum nächsten Schritt über.
Schritt 20: Noch 5 Minuten verweilen
Schritt 21: Nehmen Sie die Füße aus dem Bad und streifen Sie das Wasser nur ab. Nach 1–2 Minuten ist das Wasser verdunstet.
Schritt 21: Anschließend sollten Sie 15 bis 30 Minuten im Bett ruhen.

"Auf der Endtemperatur verbleibe man noch etwa fünf Minuten, wobei meist ein leichter Schweißausbruch erfolgt. Es erfolgt meist keine kalte Nachanwendung, sondern man gehe unmittelbar hinterher ins Bett oder lasse sich auf einer Liegestatt leicht zudecken! Zur reinen Zirkulationsanregung lassen wir häufig aber auch Güsse folgen: Knieguß oder Schenkelguß. "
Sebastian Kneipp

Hydrotherapie Ansteigendes Fußbad Videodemonstration

Sebastian Kneipp über die Wirkung:

"Das ansteigende Fußbad eignet sich bei Erkältungskrankheiten mit Fieber, besonders im Beginn derselben, bei Halsentzündung, akuter Bronchitis und Lungenentzündung. Die herzentlastende Wirkung ist bei organischen Herzfehlern geschätzt, ebenso kann es asthmatische Zustände günstig beeinflussen. Da es auch den Stoffwechsel erheblich beeinflußt, wird es bei gichtisch-rheumatischen Zuständen mit Erfolg genommen bzw. bei allgemeiner Arteriosklerose. Ferner ist es angezeigt bei Gefäßkrämpfen wie auch bei anfallendem Hinken in Verbindung mit anderen Maßnahmen einer diätischen und wassertherapeutischen Umstimmungskur."

"Die Wirkung ansteigender Bäder ist verschieden von der Wirkung kalter und heißer Bäder. Ohne vorhergehende Gefäßzusammenziehung kommt es zu einer sich allmählich steigernden Erweiterung der Hautgefäße zunächst an dem gebadeten Körperteil, dann aber auch an der gesamten Körperoberfläche. Der Blutumlauf wird gesteigert, so daß es bei den ansteigenden Teilbädern zumal nicht zu einer Stauung bei der erreichten Gefäßerweiterung kommt. Sind alle Voraussetzungen zur richtigen Anwendung gegeben, so erfährt der gesamte Kreislauf eine wesentliche Entspannung; das Saugvermögen des Herzens wird durch die vertiefte Atmung gesteigert. Das Herz wird entlastet, und so wird bei Stauungszuständen des Herzens, die das Herz im Röntgenbild vergrößert erscheinen lassen, der Herzumfang bzw. -inhalt verkleinert. Eine auffällige Blutdrucksenkung ist zu bemerken. Ansteigende Teilbäder verbessern also die Zirkulation und beseitigen Stauungen. Ansteigende Bäder, besonders größere, stellen stets starke Eingriffe dar, da die Erhöhung der Körpertemperatur, die diesen Bädern auch die Bezeichnung künstliche Fieberbäder eingetragen hat, nicht von allen Patienten vertragen wird. Die Erhöhung der Körpertemperatur kann aber sonst bei Krankheitszuständen, die wenig Heiltendenz zeigen und bei denen eine krisenhafte Temperaturentwicklung erwünscht erscheint, von Vorteil sein. Die entspannende Wirkung auf tiefer liegende Organe läßt solche Bäder bei der Krampfbekämpfung und Steinabschwemmung, zum Beispiel bei Nierensteinen, in Verbindung mit anderen Maßnahmen (Einläufen, wassertreibenden Tees, Wickeln, Heublumenpackungen) angezeigt erscheinen."

Sebastian Kneipp

 

Folgende Quellen wurden für diese Artikel benützt:

Name Autor Jahr Kommentar
Meine Wasserkur Sebastian Kneipp
1890 ONLINE
So sollt Ihr leben Sebastian Kneipp
1889 ONLINE
Kneippvisite.de Kneipp Bund ONLINE
Kneippsche Anwendungen / Natürliche Reize Sebastian Kneipp Akademie